• Mein innerer Kritiker

    Bitte erkenne deshalb an, dass ich nie perfekt sein werde und ich Fehler machen darf. Es ist absolut nichts Schlimmes. Nur menschlich.

    Lieber innerer Kritiker,

    du bist oft sehr hart zu mir. Du hinterfragst alles, was ich tue, tuen werde und getan habe. Du lässt mich oft zweifeln. Aber ich weiß, du meinst es nur gut mit mir.

    Du willst, dass ich perfekt und gut handle, sodass es mir selbst und meinen Mitmenschen gut geht, dass ich sie respektvoll und mit Mitgefühl behandle, ihnen nicht auf die Nerven gehe und selbst wieder Wertschätzung zurückerhalte, dass ich dazu gehöre. Du willst, dass ich nichts bereue getan zu haben. Du willst immer an meiner Seite sein, um mich zu beschützen.

    Ich weiß deine gute Absicht dahinter zu schätzen, aber oft bin ich deshalb so unter Druck, dass du mich ausbremst und ich mir nichts mehr zutraue. Mein ganzes Selbstbild wird negativer und meine Umgebung fängt an meine negatives Bild, dass ich von mir habe, widerzuspiegeln. Dadurch verstärkt sich auch wieder mein negatives Selbstbild und du versuchst mich dann zu schützen, indem du mich meine Handlungen noch mehr hinterfragen lässt.

    Es entsteht ein Teufelskreis.

    Bitte erkenne deshalb an, dass ich nie perfekt sein werde und ich Fehler machen darf. Es ist absolut nichts Schlimmes. Nur menschlich. Versteh mich nicht falsch, es ist gut, dass du da bist. Es ist auch gut und wichtig über Dinge nachzudenken, bevor man sie tut. Ich bitte dich nur darum ein bisschen leiser zu werden, damit ich wieder atmen kann und ich mich wieder frei fühle.

    Danke.

    Was würdest du gerne mal deinem inneren Kritiker sagen? Ich lade dich dazu ein auch einen Brief zuschreiben und einfach mal alles rauszulassen.

    Wie du wahrscheinlich gemerkt hast, habe ich in meinem Brief auch meinem inneren Kritiker danke gesagt und ihn wertgeschätzt. Ich glaube es ist wichtig auch einfach seine Funktion anzuerkennen und ihn zu akzeptieren. Nur durch Akzeptanz lernen wir schließlich loszulassen.

    Herbst Stress Taoismus

  • Taoismus – Weg aus dem Stress?

    „Alles passiert einfach, wie es passieren soll, ohne Anstrengung, wenn man im Einklang des Dao lebt.“

    Vor ungefähr zwei Jahren habe ich mich etwas intensiver mit der chinesischen Geschichte und Kultur beschäftigt. Einfach, weil ich es interessant fand. Jedenfalls stößt man ziemlich schnell auf den Taoismus oder Daoismus, wenn man das tut. Das ist eine alte chinesische Religion. Laozi -stellen wir uns klischeehaft einen alten mann vor-soll im 4. Jhd. vor Chr. das Tao Te Ching verfasst haben, also quasi das Hauptwerk des Taoismus und gilt als Begründer dieser Religion. Das Tao Te Ching ist eine Art Spruchsammlung und ist bis heute nach der Bibel das meistübersetzte und verbreitete Buch. Keine Sorge, ich will dich jetzt nicht zum Taoismus bekehren. Ich möchte nur die Hauptgedanken und die Philosophie dahinter mit dir teilen, weil ich finde, dass man daraus für sein eigenes Leben einiges mitnehmen kann.

    Im Großen und Ganzen geht es um das Dao oder Tao. Das Dao wird als „Weg“ im Sinne von „der rechte Weg“ übersetzt wobei es schwer ist eine wirklich treffende Übersetzung zu finden. Für Laotzi war das Dao nichts weniger als die höchste Wahrheit. Er versuchte möglichst nach den Prinzipien des Dao zu leben. Das Dao ist, wie du vielleicht schon bemerkt hast, etwas, sehr abstraktes und was nicht wirklich greifbar ist. Trotzdem versucht es Laotzi in seinem Buch zu erklären. Es geht darum, dass das Dao jeglichen Wandel verursacht und die Dinge ordnet aber ohne wirklich aktiv zu sein. Jedes Lebewesen hat sein eigenes Dao in sich. Um dem Dao möglichst nah zu kommen, soll man Wu Wei praktizieren, also „nichts tun“. Ja du hast richtig verstanden. Nichts tun. Das heißt aber nicht, dass du nur faul auf dem Sofa liegen sollst. Laotzi vergleicht es gerne mit Wasser. Ein Fluss macht einfach das, wozu er da ist. Er fließt einfach und lässt sich dabei nicht irgendwie abbringen oder stören. Wenn ihm Felsen im Weg sind, fließt er an ihnen vorbei. Mit der Zeit werden durch die Strömung die Felsen abgetragen. Alles passiert einfach, wie es passieren soll, ohne Anstrengung, wenn man im Einklang des Dao lebt. Wu Wei ist also der Weg des geringsten Widerstandes, nicht das Vermeiden von Anstrengung.  Die Idee ist ein bisschen ähnlich zu meinem ersten Beitrag über den Jahreszeitenwechsel. Für uns moderne Menschen können wir wohl mitnehmen, dass wir manche Dinge nicht beeinflussen können und statt dagegen anzukämpfen lernen es zu akzeptieren und weiter seinem eigenen natürlichen Weg folgen. Also immer wenn du etwas machst, wo du einfach nur bist, sozusagen im flow, weißt du, dass du gerade im Einklang mit dem Dao bist. Für mich ist das ein sehr beruhigender Gedanke. Irgendwie bin ich mit der Idee aufgewachsen, dass Erfolg anstrengend und harte Arbeit ist. Aber das muss es wohl gar nicht sein bzw. sollte es gar nicht sein. Was denkst du darüber? Findest du Laotzi hatte recht? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

    Hier ist mein Video dazu 😉
  • Durch den Herbst Veränderungen akzeptieren lernen

    „Alles ist ständig im Wandel. Nichts ist für immer. Das ist einfach der natürliche Lauf der Dinge.“

    Immer wenn der Sommer vorbei geht, werde ich ein wenig wehmütig. Geht es dir auch so? Es bedeutet, dass die Tage wieder kälter und kürzer werden. Der Sommer hat für mich etwas Leichtes und Unbeschwertes. Man hat in meinen Augen viel mehr Möglichkeiten draußen etwas zu unternehmen und ich bin gerne draußen. Ich verbinde mit dem Sommer lange Sommernächte, Picknicken und Grillen mit Freunden, Wassermelone, Eis oder in einem See zu schwimmen, um sich abzukühlen. Ich bin absolut kein Wintermensch und liebe die Sonne. Wenn der Herbst beginnt, bedeutet das für mich, dass ich Monate lang auf den Sommer warten muss. Dabei haben Herbst und Winter natürlich auch sehr schöne Seiten und Dinge, auf die man sich freuen kann. Die Blätter werden schön bunt, die Kürbiszeit beginnt, später gibt es Weihnachtsmärkte mit dem Duft von gebrannten Mandeln, man kann Schlittschuhlaufen gehen und, wenn man Glück hat, einen Schneemann bauen. Außerdem liebe ich heiße Schokolade und kuschelige Netflix Abende.

    Ich glaube es ist auch der Gedanke, dass sich mit dem Herbst langsam das Ende des Jahres ankündigt und es für mich immer wieder überraschend ist, wie schnell das Jahr schon wieder vorbei gegangen ist. Gerade war doch noch Sommer? Ich habe mich doch gerade so dran gewöhnt nur mit T-shirt rauszugehen und jetzt soll ich wieder meine Jacken raussuchen?

    Ich weiß das klingt vielleicht etwas abgedroschen, aber ich glaube, dass uns die Natur mit dem Wechsel der Jahreszeiten wichtige Dinge lehrt. Alles ist ständig im Wandel- nichts ist für immer und das ist einfach der natürliche Lauf der Dinge. Jedes Jahr aufs neue werde ich durch den Herbstanfang daran erinnert und mir wird wieder bewusster, dass ich mehr im Moment leben sollte und, dass eine Veränderung im Grunde nichts schlimmes ist, weil durch sie wieder andere, neue Möglichkeiten entstehen. Natürlich hat jede*r seine Lieblingsjahreszeit und will, dass sie möglichst immer da ist aber durch deren Ende lernen wir sie noch mehr zu schätzen und können uns ja dadurch erst wieder auf sie freuen.

    In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Herbst.

    Ist der Sommer auch deine Lieblingsjahreszeit oder hast du eine andere?

    Schreib es mir gerne in den Kommentaren.

    Falls du eher auf Videos stehst, ist hier mein passendes Video dazu 😉

Herbst Stress Taoismus